Beobachtet habe ich die Sprachlosigkeit der Bürger in diesem Land, als diese sich in den letzten Tagen von Frau Merkel und Herrn Westerwelle anhören durften, dass "Wir Deutschen" viele Jahre über unsere Verhältnisse gelebt haben und dafür nun mit einem Sparpaket bezahlen müssen. Ich empfinde diesen Vorwurf als uerhört, fühle mich nicht angesprochen und kenne auch niemanden, auf den dieser Vorwurf zutrifft. Ganz im Gegenteil, wir deutschen Bürger haben inzwischen über 15 Prozent unseres Einkommens in Sparanlagen zurückgelegt, damit wir auch fur schlechte Zeiten gerüstet sind. Diesen Vorwurf trifft die Regierenden der letzten 20 Jahre -leider von uns gewählt -, die alle Klientelpolitik betrieben haben und in unverantwortlicher Weise sich als Geldgeber für die ganze Welt aufgespielt haben. Die gleichen Politiker haben darüber hinaus in ihren Positionen als (zum Beispiel) Aufsichts-oder Verwaltungsräte in staatlichen Landesbanken versagt. Statt sie nun zur Verantwortung zu ziehen, schauen wir ungelühl1 zu, wie immer wieder die gleiche kleine Clique von Politikern diese Banken für systemrelevant erklärt, ihnen zig Milliarden unserer Steuergelder übelweist und zusieht, wie ungerührt die Banker dort weitermachen, wo sie 2008/2009 den Karren vor die Wand gefahren haben. Diese Politiker sind also Täter, aber wir erlauben ihnen, als Ankläger gegen uns -das Volk anzutreten und sie nehmen sich das Recht, auch das Urteil über uns zu sprechen und zu vollstrecken. Das Urteil lautet: "Ihr und Eure Kinder und Kindeskinder werdet verurteilt, den von uns angerichteten Schaden wieder gut zu machen." Ich würde gern beobachten, dass ein Aufschrei durch das Land geht insbesondere aus der Unternehmerschaft -mit dem Tenor: "Wir wollen unsere Milliarden zurück!" Aber ich fürchte, darauf muss ich lange warten, denn die Unternehmer erwarten das offenbar von ihren Standesvertretungen. Aber die sind inzwischen so "weichgespült" und die dort angestellten Mitarbeiter so mit der Politik verflochten, dass eine Interessenkollision besteht. Das Gleiche gilt offenbar für die meisten Medien, deren Abhängigkeit von politischen Entscheidungen zu einer Hofberichterstattung führt, die manchmal an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten ist. Das Ergebnis meiner Beobachtung heißt also: "Liebe Unternehmer, wenn Ihr etwas erreichen wollt, müsst Ihr selbst den Mund aufmachen, Euch Mitstreiter suchen und Eure Interessen selbst vertreten!"
Autor. Franz-Friedrich Schröter, BVMW Kreisverband Soest
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