Am 18. / 19. November moderierte die defides GmbH einen Workshop zum Thema "Wirtschaftsförderung" der Stadt Rüthen". Das Ergebnis wurde am 12.01.2012 von drei Teilnehmer vor dem Ausschuss für Wirtschaftsförderung präsentiert.
Der Bürgermeister hat seinen Widerstand aufgegeben und will nun einen Wirtschaftsförderer einstellen. Halt - keinen Wirtschaftsförderer, sondern einen Fachbereichsleiter "Stabsstelle Stadtentwicklung". Er wird (mit zwei Jahren Verzögerung) die Nachfolge von Alfons Strümper, einst Chef•der Stadtwerke, auftreten. Das gab Peter Weiken am Donnerstagabend in der Sitzung des Wirtschaftsförderungs- Ausschusses bekannt. Für den ,.neuen Mann oder die neue Frau" hat Peter Weiken bereits das Organigramm der Verwaltung neu strukturiert. Bevor er die Stelle ausschreibt. möchte er aber das Okay der Stadtvertretung haben. Eine Sitzung ist bereits in wenigen Wochen anberaumt: Der Rat kommt am Donnerstag, 2. Februar, zusammen. Dass die Gremien so früh im neuen Jahr tagen, ist kein Zufall Bereits beim Wirtschafts-Workshop im November (wir berichteten) haben sich die Teilnehmer für die Einstellung eines Wirtschaftsförderers ausgesprochen. Das eindringliche Votum der Gewerbetreibenden hat Weiken dann zum Anlass genommen, sich mit den Fraktionsvorsitzenden zusammen zu setzen. „Ich wollte die Entscheidung auf eine breite Basis setzen". erklärte Weiken. In trauter Runde hat man sich die Neuorganisation der Verwaltung überlegt. Zur "Stabsstelle Stadtentwicklung" zählt dann auch das Tourismus-Büro mit Klaus-Dieter Hötte und Ute Sasse. Stefan Westetmeier - bisher als Ingenieur nur für den Tiefbau zuständig - habe noch Kapazitäten frei und wird ebenfalls dem neuen Fachbereich zugeordnet. Die Neuorganisation der Stadtwerke, die unter anderem mit einem Solarfeld am Schwiggenknapp neu ausgerichtet werden sollen, zählt ebenso dazu. Als Qualifikation soll die neue Kraft einiges mitbringen. „Wir suchen jemanden, der betriebswirtschaftliche ausgerichtet ist und einige Zusatzqualifikationen hat. Er soll seine Aufgaben aktiv angehen, Kontakte knüpfen. Sein Herz soll für Rüthen schlagen." Jemanden, der 100 Kilometer weit weg wohnt und abends nur darauf hofft, dass kein Stau auf der A 1 ist, den brauche man nicht, so Weiken. Nach zwei Jahren die Fachbereichsleitet-Stelle neu zu besetzen ist ein Schachzug, mit dem Weiken hofft, die Kommunalaufsicht von der Notwendigkeit der Stellenausschreibung überzeugen zu können. In den vergangenen Jahren sind zehn Mitarbeiter durch Pensionierung oder Krankheit ausgeschieden. „Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem es nicht mehr ohne neues Personal geht". klärte er gestern im Gespräch mit der Redaktion. Auf diese Weise kommt er •auch der Forderung nach Entlastung des Beigeordnete Georg Köller nach, der die Stadtwerke bisher kommissarisch mit betreut. Vor allem die Bestandspflege wird im Kern-Aufgabenbereich der „Stabsstelle Stadtentwicklung" liegen. Das hat sich beim Workshop heraus kristallisiert. Von den Ergebnissen berichteten in der Sitzung - immer noch euphorisch - Dominik Busch (selbständiger Friseur-Meister), Markus Helle (Highlight Verlag) und Vera Nillies (Unternehmensberaterin). „Zunächst konnte man die Skepsis in der Gruppe spüren", erinnerte sich Dominik Busch. Aber die sei rasch einer Aufbruchsstimmung gewichen. Neun Stunden lang haben sich Rüthener aus Wirtschaft und Politik mit der Zukunft ihrer Stadt beschäftigt. Am Ende wurde deutlich, dass die Neuansiedlung von Betrieben zugunsten der Bestandspflege zu vernachlässigen sei. Markus Helle stellte das Fazit vor: "Die Tourismusförderung funktioniert. Nun muss die Wirtschaftsförderung gleich ziehen." Auf diese Weise erhalte die Stadt ein Fundament, auf dem sie aufbauen könne. Politiker aller Fraktionen klopften sich selbst auf die Schulter. „Wir haben den richtigen Weg eingeschlagen. In zehn bis 20 Jahren wird man das Ergebnis sehen". erklärte Johannes Erling (SPD). Friedhelm Thomas (CDU) ergänzte: „Den Weg, der hier aufgezeigt wurde, sollten wir zu Ende gehen." Die Stellen-Kombination für den neuen Mann sei toll und richtig", meinte Franz Josef Dohle (BG): „So wird die 'Finanzierung auch nicht zu einer Last für Rüthen."
Quelle: Kristina Rückert - Soester Anzeiger
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